Wie stehst Du eigentlich zu Dir?
Nein.
Ich meine nicht Deine Wirbelsäule.
Nicht Deine Schultern.
Nicht Deinen Kopf.
Ich meine Dich.
Wie stehst Du zu Dir, wenn niemand zuschaut?
„Sitz gerade.“
Diesen Satz haben wahrscheinlich viele von uns irgendwann gehört.
Haltung wurde uns beigebracht.
Schultern zurück.
Kopf hoch.
Brust raus.
Nicht krumm sitzen.
Und natürlich ist eine gute körperliche Haltung wichtig.
Aber vielleicht ist Haltung etwas viel Größeres.
Denn Du kannst kerzengerade stehen und innerlich vollkommen zusammengesunken sein.
Du kannst selbstbewusst aussehen und Dich gleichzeitig klein fühlen.
Du kannst lächeln und trotzdem eine enorme Last tragen.
Die interessanteste Haltung ist deshalb vielleicht die, die niemand sehen kann.
Wie redest Du mit Dir?
Wenn Du einen Fehler machst?
Wenn Du etwas nicht geschafft hast?
Wenn Du in den Spiegel schaust?
Wenn Dein Körper nicht so funktioniert, wie Du es möchtest?
Bist Du dann auf Deiner Seite?
Oder wirst Du zu Deinem eigenen härtesten Kritiker?
„Ich bin zu blöd.“
„Ich kann das nicht.“
„Ich müsste längst weiter sein.“
„Warum bekomme ich das nicht hin?“
„Andere schaffen es doch auch.“
Vielleicht hören wir diese Sätze so oft, dass wir gar nicht mehr merken, wie hart wir mit uns sprechen.
Aber Dein Körper hört mit.
Vielleicht gibt es Menschen, die sich klein machen, obwohl sie längst erwachsen sind.
Menschen, die kaum Raum einnehmen.
Die sich ständig entschuldigen.
Die ihre Meinung zurückhalten.
Die immer zuerst schauen, was die anderen brauchen.
Und vielleicht sieht man das irgendwann auch körperlich.
Ein gesenkter Kopf.
Nach vorne gezogene Schultern.
Ein flacher Atem.
Ein Körper, der sich zusammenzieht.
Nicht unbedingt, weil jemand irgendwann beschlossen hat:
„Ich werde jetzt eine schlechte Haltung einnehmen.“
Sondern weil der Körper gelernt hat:
So bin ich sicher.
Das ist ein Gedanke, den ich unglaublich wichtig finde.
Nicht jedes Muster, das wir heute verändern möchten, war einmal falsch.
Manche Muster waren einmal notwendig.
Ein Kind, das gelernt hat, sich klein zu machen, wollte vielleicht dazugehören.
Ein Mensch, der immer funktioniert, hat vielleicht irgendwann gelernt, dass Leistung Sicherheit bedeutet.
Jemand, der ständig die Kontrolle behält, hat vielleicht einmal erlebt, dass Loslassen gefährlich war.
Der Körper vergisst solche Erfahrungen nicht einfach.
Er entwickelt Strategien.
Schutzprogramme.
Gewohnheiten.
Haltungen.
Und manchmal tragen wir diese Strategien noch Jahre später mit uns herum.
Obwohl die ursprüngliche Gefahr längst vorbei ist.
Nicht räumlich.
Aber innerlich.
Du sitzt vielleicht heute in einem Büro.
Du bist erwachsen.
Du hast Verantwortung.
Du hast Erfahrungen gesammelt.
Du bist vielleicht längst stärker, als Du damals überhaupt sein konntest.
Und trotzdem reagiert Dein Körper manchmal noch so, als wäre das alte Leben aktuell.
Das Faszinierende ist:
Der Körper fragt nicht immer:
„Ist diese Gefahr heute noch da?“
Er reagiert häufig auf das, was er gelernt hat.
Deshalb kann Veränderung manchmal mehr bedeuten als eine neue Körperübung.
Vielleicht müssen wir nicht nur den Körper anders halten.
Vielleicht dürfen wir uns selbst anders halten.
Viele Menschen glauben, stark sein bedeutet:
Zähne zusammenbeißen.
Durchhalten.
Kontrolle behalten.
Nicht nachgeben.
Immer funktionieren.
Aber schau Dir einmal einen Baum an.
Ein alter, kräftiger Baum.
Tief verwurzelt.
Wenn der Sturm kommt, wird er nicht starr.
Er bewegt sich.
Er biegt sich.
Er gibt nach.
Und genau deshalb bricht er nicht.
Seine Stärke liegt nicht darin, unbeweglich zu sein.
Sondern darin, verwurzelt zu sein.
Vielleicht ist das auch für uns ein schönes Bild.
Haltung bedeutet nicht:
„Ich muss immer stark sein.“
Haltung bedeutet:
„Ich weiß, wer ich bin und deshalb darf ich mich bewegen.“
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Fragen überhaupt.
Darfst Du Raum einnehmen?
Darfst Du Nein sagen?
Darfst Du müde sein?
Darfst Du Hilfe annehmen?
Darfst Du Deine Meinung sagen?
Darfst Du glücklich sein, auch wenn andere es nicht sind?
Darfst Du Dich verändern?
Darfst Du anders sein?
Darfst Du Dich zeigen?
Und vielleicht sogar:
Darfst Du einfach Du sein?
Denn manchmal versuchen wir nicht deshalb, jemand anderes zu werden, weil wir uns verändern möchten.
Sondern weil wir glauben, dass wir so, wie wir sind, nicht reichen.
Vielleicht ist Dein Körper nicht Dein Feind.
Vielleicht versucht er manchmal sogar, mit Dir zu sprechen.
Nicht jede Beschwerde hat eine psychische Ursache.
Nicht jeder Schmerz ist „nur emotional“.
Und genau deshalb sollten wir vorsichtig sein mit einfachen Erklärungen.
Aber vielleicht lohnt es sich trotzdem, manchmal zusätzlich zu fragen:
Was passiert gerade in meinem Leben?
Wo stehe ich unter Druck?
Wo halte ich fest?
Wo mache ich mich klein?
Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
Wo funktioniere ich, obwohl ich eigentlich eine Pause brauche?
Wo stehe ich nicht hinter mir selbst?
Das sind keine medizinischen Diagnosen.
Es sind Fragen.
Und manchmal können Fragen Türen öffnen, die wir mit Antworten nie gefunden hätten.
Das ist dein spannender Gedanke.
Deine innere Haltung beeinflusst Deine äußere Haltung.
Aber Deine äußere Haltung kann auch wieder auf Deine innere Welt zurückwirken.
Du richtest Dich auf.
Du atmest tiefer.
Du nimmst mehr Raum ein.
Du schaust nach vorne.
Und plötzlich fühlt sich etwas anders an.
Nicht weil Du Dir eingeredet hast, dass alles gut ist.
Sondern weil Du Deinem System eine andere Erfahrung gibst.
„Ich bin hier.“
„Ich darf Raum einnehmen.“
„Ich bin sicher genug, um mich zu zeigen.“
Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Entschluss.
Sondern mit einer kleinen Bewegung.
Wir investieren viel Zeit darin, unseren Körper zu trainieren.
Aber wie oft trainieren wir eigentlich unsere Beziehung zu uns selbst?
Geduld.
Selbstachtung.
Grenzen.
Vertrauen.
Nachsicht.
Mut.
Das sind ebenfalls Formen von Stärke.
Und vielleicht brauchen wir manchmal nicht mehr Disziplin.
Vielleicht brauchen wir weniger Härte.
Nicht weniger Verantwortung.
Sondern mehr Verbindung.
Nicht:
„Ich muss mich endlich ändern.“
Sondern:
„Ich möchte lernen, besser mit mir zu sein.“
Das klingt ähnlich.
Ist aber etwas völlig anderes.
Du wachst morgen auf.
Niemand erwartet etwas von Dir.
Niemand bewertet Dich.
Niemand sagt Dir, wie Du sein solltest.
Du musst niemandem etwas beweisen.
Du musst Dich nicht kleiner machen.
Du musst Dich nicht größer machen.
Du musst nichts darstellen.
Wie würdest Du dann stehen?
Wie würdest Du atmen?
Wie würdest Du Dich bewegen?
Wie würdest Du mit Dir sprechen?
Und vielleicht noch wichtiger:
Wie würdest Du zu Dir stehen?
Nicht immer aufrecht.
Nicht immer stark.
Nicht immer souverän.
Nicht immer voller Energie.
Sondern verbunden.
Mit Dir.
Mit Deinem Körper.
Mit Deinen Gefühlen.
Mit Deinen Grenzen.
Mit dem, was Dir wichtig ist.
Und mit dem Wissen:
Du darfst Dich bewegen.
Du darfst Dich verändern.
Du darfst nachgeben.
Du darfst neu anfangen.
Du darfst wachsen.
Ohne Dich selbst zu verlieren.
Wenn Dein Körper heute sprechen könnte und nicht über Schmerzen, Gewicht oder Aussehen sprechen würde, sondern nur über Dein Leben:
Was würde er Dir erzählen?
Wo hältst Du noch fest?
Wo machst Du Dich klein?
Wo trägst Du etwas, das längst nicht mehr Deins ist?
Und wo wäre es vielleicht Zeit, Dich wieder aufzurichten?
Nicht für die anderen.
Nicht für ein schönes Foto.
Nicht um stärker auszusehen.
Sondern weil Du Dir selbst sagen möchtest:
„Ich bin auf meiner Seite.“
Genau dort beginnt eine andere Form von Gesundheit.
Nicht im geraden Rücken.
Sondern in der Art, wie Du durchs Leben gehst und wie Du zu Dir selbst stehst.
Denn Haltung ist nicht nur das, wie Du sitzt.
Haltung ist das, wie Du zu Dir selbst stehst.
In diesem Sinne: Bleib gesund - alles andere ist krank.
Wenn Du wissen möchtest, was noch hinter Deiner Haltung steckt, dann hör in die Podcastfolge „Haltung erzeugt Haltung“ hinein. Oder melde dich für ein kostenloses Erstgespräch um deine "Haltungsnoten" zu verbessern.
ÜBER DEN AUTOR

Volker Pukrop
Volker Pukrop ist Experte für Energiemedizin und hat bereits zahlreichen Menschen geholfen, indem er durch seine ganzheitliche Betrachtungsweise aus der Anatomie des Lebens© und in Verbindung mit Techniken wie dem von ihm entwickelten FlowMotion© Konzept hinter die Kulissen von Krankheiten blickt, statt nur Symptome zu verwalten. In diesem Blog erfährst du mehr über seine Expertise und Sichtweise..
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